Ringversuche


Informationen über die Durchführung von Ringanalysen im VDLUFA

Ringanalysen, Ringversuche/-untersuchungen bzw. Enqueten haben im VDLUFA eine lange Tradition und dienen überwiegend qualitätssichernden (QS) und methodischen (M) Versuchsanstellungen. Mehrere Fachgruppen des VDLUFA führen regelmäßig umfangreiche Ringuntersuchungen durch. Hierdurch wird nicht nur ein hoher Qualitätsstandard in den einzelnen Untersuchungsanstalten erreicht, sondern durch die Variation der zu untersuchenden Proben und der Konzentration der jeweiligen Parameter erfahren die Methoden eine fortwährende Überprüfung. Es werden vor allem Futter- und Düngemittel, Böden, gärtnerische Erden sowie Saatgut untersucht.

Methodische Ringversuche dienen der Entwicklung und Optimierung von Methoden einschließlich der Erarbeitung statistischer Kenngrößen der „Wiederholbarkeit“ und „Vergleichbarkeit“ zur Methodenvalidierung. Ringversuche zur Methodenentwicklung erfolgen nach Abschluss erforderlicher Vorversuche durch dafür qualifizierte Laboratorien.
[Positionspapier zu Ringanalysen Methodenentwicklung - 43 KB]

Ringversuche zur Qualitätssicherung dienen der Sicherung der analytischen Qualität in den Untersuchungseinrichtungen, die die einheitlichen und vorgegebenen Methoden routinemäßig anwenden. Sie sind in erforderlichem Umfange auszuführen, bevor auf Basis von methodischen Ringversuchen statistische Grundgrößen ermittelt werden. Die erfolgreiche Teilnahme an Ringversuchen zur Qualitätssicherung ist Voraussetzung zur Teilnahme an methodischen Ringversuchen.
[Positionspapier zur Dokumentation von Ringanalysenergebnissen  - 10 KB]

Darüber hinaus werden Ringversuche durch autorisierte Institutionen im Rahmen von Zulassungs-, Anerkennungs- und Notifizierungsverfahren im gesetzlich und anderweitig geregelten Bereich, z.B. zur Zulassung als Untersuchungsstelle nach Klärschlammverordnung (bzw. Bioabfall-, Dünge- oder Bundesbodenschutzverordnung) durchgeführt.

Die Auswertung der Ringversuche erfolgt mit einer einheitlichen, validierten und den entsprechenden Normen konformer Software VDLUFA-einheitlich. Zurzeit ist dies die Software Ring 4.1 bzw. ProLab.

Hier können Sie  Details der Ringuntersuchungen der einzelnen Fachgruppen einsehen:
[PDF-Dokument - 55 KB]

Ringversuche der Fachgruppe II Bodenuntersuchung

Ein wesentlicher Teil der Fachgruppenarbeit sind die jährlichen Enqueten. Sie dienen einerseits zur Entwicklung und Verifizierung neuer Methoden für das Methodenbuch I „Die Untersuchung von Böden“ und andererseits zur Überprüfung der Analysenqualität der Laboratorien der Fachgruppe. 2006 wurde die 85. Enquete durchgeführt, an der sich 30 Labore beteiligten. Es wurden in zwei verschiedenen Böden (Lieferung durch LUFA Speyer) jeweils 42 Bestimmungsstücke untersucht. Davon betrafen 16 Bestimmungsstücke Verbandsmethoden, 26 Bestimmungsstücke dienten der Methodenentwicklung.

Der AK „Gärtnerische Erden“ der FG II führt separate Ringanalysen durch. An der 58. Enquete im Jahr 2006 nahmen 17 Labore teil.

Ringversuche der Fachgruppe III Düngemitteluntersuchung

In der Fachgruppe Düngemittel werden regelmäßig mehrere Ringuntersuchungen zur Qualitätssicherung sowie zur Methodenvalidierung (Methodenbuch II.1 „Die Untersuchung von Düngemitteln“ und Methodenbuch II.2 „Die Untersuchung von Sekundärrohstoffdüngern, Kultursubstraten und Bodenhilfsstoffen“) durchgeführt. Es handelt sich hierbei um jeweils 5-10 verschiedene Ringuntersuchungen.

Zukünftig sollen spezielle Ringuntersuchungen für akkreditierte Düngemitteluntersuchungslabors angeboten werden, da Notifizierung und Akkreditierungsstellen von Untersuchungslabors Nachweise erfolgreicher Teilnahme an qualifizierten Ringuntersuchungen verlangen.

Ringversuche der Fachgruppe IV Saatgut

Seit dem Jahr 1996 hat die Fachgruppe Saatgut 15 methodische und 34 vergleichende Ringversuche initiiert und ausgewertet. Ingesamt wurden 269 Proben unterschiedlicher Fruchtarten zumeist an inländische Laboratorien verschickt. Im Rahmen der ISTA Methodenentwicklung waren auch ISTA Stationen aus Dänemark, Schweden, Frankreich, Großbritannien und Norwegen eingebunden.

An vergleichenden Ringversuchen nehmen neben den deutschen VDLUFA Mitgliedern planmäßig Laboratorien aus der Schweiz und aus Luxemburg teil.

Fruchtart und zu untersuchende Parameter, werden von der Fachgruppe Saatgut festgelegt und einem Ringversuchsansteller übertragen. Dieser bereitet die Proben vor, verschickt sie und wertet sie aus. Für die Verrechnung der Ergebnisse steht ein von

Prof. Kruse erarbeitetes Programm zur Verfügung, das sich in den wesentlichen Rechenoperationen an die ISTA Software anlehnt.

Ziel der Fachgruppe ist es, jährlich mindestens zwei vergleichende Ringversuche zu organisieren. Dabei stehen neben den ISTA relevanten Methoden auch Probleme der Beschaffenheitsprüfung auf der Tagesordnung, die sich aus der amtlichen Saatgutanerkennung ergeben.

Ringversuche der Fachgruppe VI Futtermitteluntersuchung

Die Durchführung von Ringversuchen hat in dieser Fachgruppe eine jahrzehntelange Tradition. Die fortlaufende Zählung ist gegenwärtig bei der Nummer 358 angelangt.

Die FG VI führt regelmäßig zwei Enqueten zur Qualitätssicherung durch. Es handelt sich hierbei um die „Bonner Enquete“ mit 3 Proben (1 x jährlich) und um den Ringversuch „Mykotoxine“ (Probenzahl und Ausrichtungszeitraum unterschiedlich). Vom Arbeitskreis Mikroskopie werden in Zusammenarbeit mit der IAG jährlich mehrere Ringuntersuchungen durchgeführt. Ringanalysen zur Methodenentwicklung bilden einen weiteren Schwerpunkt der Fachgruppenarbeit. Als Beispiele können für das Berichtsjahr 2005/2006 ein Ringversuch zum qualitativen und quantitativen Nachweis gentechnischer Veränderungen in Futtermitteln (331M) sowie 5 weitere für Zusatzstoffe probiotischer Mikroorganismen angeführt werden.

Ringversuche der Fachgruppe VII Milch

In den Arbeitskreisen Mikrobiologie und Chemie werden aktuelle Probleme der milch¬wirtschaftlichen Untersuchungspraxis behandelt sowie neue Verfahren und Methoden auf Anwendbarkeit überprüft. In unterschiedlichen Zeitabständen führen die in der Fachgruppe zusammenarbeitenden Anstalten Ringuntersuchungen an Milch und Milchprodukten durch, um eine einheitliche Ausrichtung der Methoden bei der Anwen¬dung zu erreichen. Außerdem wird hierdurch gewährleistet, dass die bestehenden Methoden auf dem aktuellen Stand gehalten, bzw. neue auf ihre sichere Anwendung überprüft werden (Methodenbuch VI „Chemische, physikalische und mikrobiologische Untersuchungsverfahren für Milch, Milchprodukte und Molkereihilfsstoffe“).

Ringversuche der Fachgruppe VIII Umwelt- und Spurenanalytik

Die chemisch-analytische Untersuchung umweltrelevanter anorganischer und organischer Stoffe hat im VDLUFA eine lange Tradition. Es ist demzufolge das erklärte Ziel dieser Fachgruppe (Gründung 1974), zur Lösung von Umweltproblemen erforderliche Methoden zu entwickeln, zu modifizieren und ständig zu überprüfen. Seit der Herausgabe des Methodenbuches VII „Umweltanalytik“ (1996) bilden daher Ringuntersuchungen zur Methodenentwicklung und –validierung einen Schwerpunkt der Fachgruppenarbeit. Darüber hinaus werden regelmäßig Ringuntersuchungen zur internen und externen Laborkontrolle durchgeführt. Die Gesamtzahl der methodischen und qualitätssichernden Ringuntersuchungen beträgt mittlerweile 131.