MB6-M 8.1

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MILCH UND MILCHPRODUKTE
Hemmstoffnachweis M 8.1

Nachweis von Hemmstoffen: Einführung
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Zweck und Anwendungsbereich
 
Hemmstoffe können durch Verzögerung des technologischen Ablaufs bei der Herstellung fermentierter Milcherzeugnisse zu Fehlproduktionen bzw. mangelhafter Produktqualität führen und für den Verbraucher zu eienm Gesundheitsrisiko werden. Hemmstoffe sind eine weitgefasste Stoffgruppe, die durch ihre antibiotische Wirkung charakterisiert ist. Zu ihr zählen Stoffe mit pharmakologischer Wirkung, auch Antiinfektiva genannt (Antibiotika und Chemotherapeutika), Antiparasitika, Futterzusatzstoffe, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Konservierungsmittel sowie milch-originäre Proteine wie Lactoferrin, Lysozym und Lactoperoxidase. Antibiotika (Penicilline, Tetracycline, u.v.a.) und Chemotherapeutika (Sulfonamide, Dapson) sind Arzneimittel, die auch zur Therapie bei Nutztieren eingesetzt werden. Bei Verwendung solcher Stoffe sind vom Gesetzgeber Wartezeiten für die Abgabe von Milch behandelter Tiere vorgeschrieben, die sicher stellen sollen, dass Tierarzneimittel nicht in die Milch gelangen.
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Prinzip
 
Zum routinemäßigen Nachweis von Hemmstoffen werden mikrobiologische Suchverfahren (Screening-Tests) wie z. B. der Blättchentest (M 8.2) oder der Brillantschwarz-Reduktionstest (BR-Test M 8.4) unter Verwendung von Testmikroorganismen (z. B. Bacillus stearothermophilus var. calidolactis) eingesetzt. Von hemmstoffpositiven Proben, die den Verdacht auf das Vorhandensein von Antiinfektiva begründen, müssen die Wirkstoffe bestätigt und identifiziert werden (M 8.6).

Methodenbuch VI, 6. Erg. 2003
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