MB6-M 7.5.2

Preis: 17 € zzgl. MwSt & gegebenenfalls Versand

MILCH UND MILCHPRODUKTE
Gasbildner, homofermentativ M 7.5.2

Nachweis von gasbildenden Laktokokken: Titer- und MPN-Methode
1
Zweck und Anwendungsbereich
 
Die hier beschriebene Methode dient zur Zählung und Identifizierung von homofermentativen citratabbauenden, gasbildenden Laktokokken, nämlich von Lactococcus lactis ssp. lactis biovar. diacetylactis (L. diacetylactis) in Säuerungskulturen (Säurewecker). Diese Keime können in gesäuerten Milcherzeugnissen zu Bombagen und bei Käse zu unerwünschter Lochbildung führen.
2
Prinzip
 
Aufgrund der besonderen Zusammensetzung dieses Nährbodens - Reddy-Bouillon enthält die Nährstoffe Lactose, Citrat und Arginin - ist eine differenzierte Bestimmung von homofermentativen gasbildenden und nichtgasbildenden Laktokokken möglich. Lactococcus lactis ssp. lactis und L. diacetylactis bilden aus Arginin Ammoniak. Infolge der alkalischen Reaktion verfärbt sich die Bouillon blau-violett. Die Hinzugabe von Durhamröhrchen erlaubt die differenzierte Auswertung der gasbildenden Spezies L. diacetylactis. Lactococcus lactis ssp. cremoris ist nicht in der Lage, Ammoniak aus Arginin und CO2 aus Citrat zu bilden; es wird lediglich Laktose unter Säurebildung abgebaut, was durch Umschlag des pH-lndikators nach gelb angezeigt wird. Bei Einarten-Kulturen erlaubt diese Methode zweifelsfrei eine eindeutige Differenzierung. Bei den häufig eingesetzten Mischkulturen, den mesophilen Kokken-Kulturen (Säurewecker), ist zwar die eindeutige Interpretation des Farbumschlages schwierig, in jedem Fall sind jedoch Aussagen über den mengenmäßigen Anteil von gasbildenden Laktokokken möglich.

Methodenbuch VI, 5. Erg. 2000
© Copyright by VDLUFA-Verlag, Darmstadt
Seite 1