MB6-C 30.6.4

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MILCH UND MILCHPRODUKTE
Stickstoffverbindungen C 30.6.4

Bestimmung des Molkenprotein- und Caseinanteils im Gesamtprotein von Milchprodukten (Elektrophoretisches Verfahren)
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Zweck und Anwendungsbereich
 
Das Verfahren ist anwendbar für Milch, Milchpulver, Speisequark, Casein und Caseinat.
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Prinzip
 
Der Molkenproteinanteil bzw. Caseinanteil ist der Anteil an den nach dieser Arbeitsvorschrift bestimmten Substanzen. Er wird angegeben in % Molkenprotein bzw. % Casein im Gesamtprotein der Probe. Die Bestimmung des Molkenprotein- bzw. Caseinanteils erfolgt mit Hilfe der SDS-Polyacrylamidgel-Elektrophorese. Die eingewogene Probe wird mit einer Lösung von SDS (Natriumdodecylsulfat) und Dithiothreitol versetzt und in kochendem Wasser inkubiert. Dabei entstehen SDS-Protein-Komplexe, die sich im elektrischen Feld wie Anionen verhalten. Die Elektrophorese in einem Polyacrylamidgel mit geringer Porengröße führt zu einem Molekularsiebeffekt, wobei die Proteine entsprechend der unterschiedlichen Molekülgröße voneinander getrennt werden. Aufgrund ihrer geringeren Molekülgröße wandern die Molkenproteine schneller als die Caseine. Durch Verwendung von Porengradientengelen (T = 4-23 %, C = 3 %) werden nach Anfärbung des Elektropherogramms scharf voneinander abgegrenzte Proteinbanden erhalten. Diese Banden werden durch densitometrische Messung quantifativ ausgewertet, wobei sich der Molkenproteinanteil aus den Peakflächen der ß-Lactoglobulin- und ex-Lactalbumin-Bande im Verhältnis zu den Peakflächen von ex-, ß- und K-Casein ergibt.

Methodenbuch VI, 4. Erg. 1996
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