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BESTIMMUNG DES SALZGEHALTES IN BÖDEN, GÄRTNERISCHEN ERDEN UND SUBSTRATEN

 

Zweck und Anwendungsbereich

Böden aller Art, Gärtnerische Erden und Substrate.

 

Prinzip

Extraktion von Böden, Gärtnerischen Erden oder Substraten im Verhältnis 1+10 (m+V) mit Wasser für Leitfähigkeitsmessungen und Berechnung des Salzgehaltes als Kaliumchlorid nach Messung der Leitfähigkeit der filtrierten Extrakte.

 

BESTIMMUNG DER NUTZBAREN FELDKAPAZITÄT, DER EFFEKTIVEN DURCHWURZELUNGSTIEFE UND DER NUTZBAREN FELDKAPAZITÄT IM EFFEKTIVEN WURZELRAUM VON BÖDEN IM GELÄNDE

 

Zweck und Anwendungsbereich

Bestimmung des nutzbaren Bodenwasservorrats als Kennwert für die Fähigkeit natürlich gelagerter Böden mit freiem Wasserabzug, Wasser pflanzenverfügbar zu speichern, der effektiven Durchwurzelungstiefe als Maß für die Bodentiefe, aus der Kulturen ihren Wasserbedarf decken können, und der nutzbaren Feldkapazität im effektiven Wurzelraum.

 

Prinzip

Bestimmung des nutzbaren Bodenwasservorrats (der nutzbaren Feldkapazität nFK) eines Standortes als Differenz der gravimetrisch bestimmten Wassergehalte von schichtweise zu zwei Zeitpunkten (a, b) entnommenen Bodenproben, nämlich wenn Feldkapazität (FK, s. D 3.5.1) vorliegt (a) und wenn anzunehmen ist, dass der Wasservorrat im Boden bis auf den nicht-pflanzenverfügbaren Anteil vollständig ausgeschöpft ist (b), also nach längerer Trockenperiode unter einem voll entwickelten Pflanzenbestand mit Anzeichen von Wassermangel. Ist zu diesem Zeitpunkt in den oberen Bodenschichten der Äquivalentwert des permanenten Welkepunktes σW(PWP), bestimmt nach C 4.3.2 bei pF = 4,2, unterschritten, ist dieser für die Differenzbildung zu verwenden.

Umrechnung der Massenanteile in Volumenanteile der beprobten Schichten durch Übernahme der Trockenrohdichte von ungestörten Proben vom selben Standort und Berechnung des genutzten Bodenwasservorrats über die gesamte erfasste Bodentiefe (mindestens 1 m).

Die effektive Durchwurzelungstiefe We ergibt sich als diejenige Bodentiefe, in der die Menge an potentiell pflanzenverfügbarem Bodenwasser dem genutzten Bodenwasservorrat entspricht.

Die nutzbare Feldkapazität im effektiven Wurzelraum nFKWe ist deshalb numerisch gleich mit der nFK im insgesamt von den Pflanzen erschließbaren Bodenvolumen, bezieht sich jedoch auf eine ge-ringere Bodentiefe.

ABLEITUNG DER DRUCKBELASTBARKEIT LANDWIRTSCHAFTLICH GENUTZTER BÖDEN AUS DER GESCHÄTZTEN VORBELASTUNG

 

Zweck und Anwendungsbereich

Schätzung der Vorbelastung eines Bodens als Charakteristikum für die Verformungsstabilität mit dem Ziel, ihn vor Schäden durch übermäßige Druckbelastung zu schützen bzw. die Druckbelastung so zu steuern, dass die notwendigen Gefügeeigenschaften für die Versorgung mit Gas, Wasser, Nährstoffen und Wärme erhalten bleiben. Die Methode ist für die Bodenschutzberatung der Landwirte vor Ort geeignet. Sie ist für steinarme (Skelettanteil < 15%) Acker- und Grünlandböden aller Bodenarten im weich- bis steifplastischen Zu-stand (pF 1,8 bis pF 2,8) für beliebig wählbare Bezugstiefen anwendbar.

 

Prinzip

Berechnung der Vorbelastung aus verformungsrelevanten und einfach zu erhebenden Bodenparametern. Grundlage sind Regressionsbeziehungen dieser Parameter zur Vorbelastung nach CASAGRANDE (1936), ermittelt aus der Setzungskurve des uniaxia-len Druckversuches (s. VDLUFA-Methode C 7.3.1). Bedarfsweise (der Vorbelastungszustand ist vom funktionsnotwendigen Zustand entfernt) können Gefügeparameter eingesetzt werden, die diesem Gefügezustand entsprechen. Der dann bestimmte Parameter heißt, im Unterschied zur Vorbelastung, Druckbelastbarkeit.

TEXTURANALYSE DES FEINBODENS – KOMBINATION VON NASSSIEBUNG UND PIPETTMETHODE NACH KÖHN

 

Zweck und Anwendungsbereich

Bestimmung der Massenanteile mineralischer Korngrößenfraktionen in Böden aller Art. Die Ergebnisse dienen zur exakten Bestimmung der Bodenart sowie zur Abschätzung des Speicher- und Austauschvermögens für Wasser, Nähr- und Schadstoffe, der Durchlüftung, Bearbeitbarkeit und Befahrbarkeit von Böden.

 

Prinzip

Partikelfraktionierung mittels einer Kombination von Siebung und Sedimentation. Nach Dispergierung der Bodenprobe, bei Bedarf zuvor Zerstörung der organischen Bestandteile sowie Entfernung löslicher Salze und der Carbonate, werden die Partikelgrößen 2 bis 0,063 mm mittels Nasssiebung und die Partikelgrößen kleiner als 0,063 mm mittels Sedimentation im Sedimentiergefäß getrennt.

Die Korngrößenanteile werden aus dem jeweiligen Siebrückstand bzw. durch Entnahme eines definierten Suspensionsvolumens nach festgelegten Sinkzeiten und anschließender Trocknung und Wägung der Trockenrückstände unter Berücksichtigung des Blindwertes (Masse des Dispergierungsmittels) bestimmt.

Der vorliegende Methode basiert im wesentlichen auf Arbeitsanleitungen von HOFFMANN (1992), HARTGE UND HORN (1992) sowie der DIN ISO 11277 (1994). Weitere Hinweise siehe KÖSTER (1964).

BESTIMMUNG DER KORNROHDICHTE MIT DEM GASPYKNOMETER

 

Zweck und Anwendungsbereich

Bestimmung der Kornrohdichte von festen Stoffen (Pulver oder ganze Körper), insbesondere der mineralischen und organischen Bestandteile von Böden, Substratgemischen und deren Ausgangsstoffen, zur Qualitätsprüfung aber auch zur Bestimmung des Porenanteils (s. VDLUFA-Methode C 4.2).

 

Prinzip

Bestimmung des Volumens einer bestimmten Stoffmenge durch Gaspyknometrie nach dem Gesetz von Boyle-Mariotte (p1 : p2 = V1 : V2) unter Verwendung von Helium und Berechnung der Kornrohdichte als Quotient von Probenmasse und Volumen.

BESTIMMUNG VON WASSERLÖSLICHEM NATRIUM UND CHLORID IN SUBSTRATEN UND KOMPOSTEN

 

Zweck und Anwendungsbereich

Substrate und Komposte ohne sperrige Komponenten und mit standardisiertem Wassergehalt. Zur Anwendbarkeit der beschriebenen Analytik für die Untersuchung anderer Medien.

 

Prinzip

Extraktion der nach 5.1.1 vorbehandelten und auf einen standardisierten Wassergehalt eingestellten Probe mit Wasser im Verhältnis 1 + 10 (m + V). Bestimmung von Natrium im Extrakt durch Atomabsorptionsspektrometrie oder Emissionsspektrometrie, von Chlorid durch potentiometrische Titration mit Silbernitrat nach Ansäuern eines Teilvolumens des Extraktes. Zur Herkunft der Methode und alternativen Verfahren für die Bestimmung der Chloridkonzentration im Extrakt.

 

BERECHNUNG DES PORENANTEILS VON SUBSTRATEN UND KOMPOSTEN AUS SCHÄTZWERTEN FÜR DIE DICHTE DER MINERALISCHEN UND ORGANISCHEN KOMPONENTE

 

Zweck und Anwendungsbereich

Kultursubstrate aller Art und im Gartenbau verwendbare Komposte. Der Porenanteil ist auch Grundlage für die Berechnung der Luftkapazität bzw. des Volumenanteils an luftführenden Poren bei Wasserkapazität.

 

Prinzip

Berechnung aus dem Massenanteil an organischen und minerali-schen Bestandteilen in Anlehnung an FEIGE (1970). Eine bestimmte Menge an Probenmaterial wird getrocknet, vera-scht und der Massenanteil an organischer Substanz (Glühverlust) sowie an mineralischen Bestandteilen (Glührückstand) bestimmt. Auf der Basis von Schätzwerten für die Dichte dieser Bestandteile wird die Dichte der Feststoffe berechnet. Der Quotient aus der Rohdichtetrocken des Substrates und der Dichte der darin enthaltenen Feststoffe ergibt den Volumenanteil an Feststoffen als Dezimalbruch, die Differenz zu 1 (= 100 %) den Volumenanteil an Poren.

 

BESTIMMUNG DES PORENANTEILS VON SUBSTRATEN UND KOMPOSTEN DURCH FLÜSSIGKEITSPYKNOMETRIE

 

Zweck und Anwendungsbereich

Kultursubstrate aller Art, Substratausgangsstoffe und im Gartenbau verwendbare Komposte. Der Porenanteil ist auch Grundlage für die Berechnung der Luftkapazität und des Volumenanteils an luftführenden Poren bei definierten Feuchtezuständen, z. B. bei Wasserkapazität.

 

Prinzip

Das Partikelvolumen einer bestimmten Masse an Probenmaterial wird im Flüssigkeitspyknometer gravimetrisch bestimmt. An Teilproben des gleichen Materials ermittelt man die Rohdichtetrocken und (bei Bedarf) den Trockenmasseanteil. Aus den Ergebnissen errechnet sich der Porenanteil, bezogen auf die definierte Rohdichte.

 

BESTIMMUNG DER KATIONENAUSTAUSCHKAPAZITÄT UND DER AUSTAUSCHBAREN KATIONEN MIT CALCIT-GESÄTTIGTER HEXAMMINCOBALT-TRICHLORID-LÖSUNG

 

Zweck und Anwendungsbereich

Bestimmung der Kationenaustauschkapazität (KAK) und der austauschbaren Kationen von Böden mit pH-Werten über pH 6,5; die Methode ist besonders für die Untersuchung carbonathaltiger Böden geeignet, da sie Überbefunde im Gehalt an austauschbarem Calcium als Folge der Lösung von Calcit bzw. Calcium und Magnesium als Folge der Lösung von Dolomit weitgehend vermeidet. Zur Herkunft der Methode und zu ihren Besonderheiten.

 

Prinzip

Versetzen der Probe mit Calcit-gesättigter Hexammincobalt-trichlo­rid-Lösung (CoHexcalcite), Gleichgewichtseinstellung durch Schütteln mit dieser Lösung und Bestimmen des verbleibenden (nicht sorbierten) Hexammincobalts sowie der vom Boden desorbierten (ausgetauschten) Kationen. Abzug des durch die Calcitsättigung bedingten Ca2+ von der nach dem Versuch bestimmten Ca2+-Menge.